Mundspülungen und Pastillen

Die Anwendung von Verfahren der Naturheilkunde hat sich als alleinige Massnahme zur Symptomlinderung nicht nur bei leichten Erkältungskrankheiten bewährt. Auch durch den adjuvanten Einsatz, zum Beispiel zu einer Antibiotikatherapie, können Dauer und Intensität einer bakteriellen Atemwegsinfektion vermindert werden. Gerade bei beginnenden und leichteren Verläufen einer Erkältungskrankheit haben sich verschiedene, aus der Volksheilkunde stammende Empfehlungen bewährt, zum Beispiel

Davon abzugrenzen sind ärztlich verordneten Methoden der Naturheilverfahren, deren Inhalte im wesentlichen mit den Kneipp'schen Verfahren übereinstimmen.

Mundspülungen, Pastillen oder Halswickel gegen Tonsillitis

Bei einer Tonsillitis, die zu etwa 80 Prozent viral bedingt ist, haben sich bewährt:
Mundspülungen mit verdünnter Tinktur aus Myrrhe und Salbei. Intensives Gurgeln sollte vermieden werden, weil es sonst zu einer intensiven Schleimhautirritation kommen kann. Diese Substanzen haben sich auch bewährt bei der Bildung von Aphten und eines Herpes labialis. Man sollte sie lokal auftupfen und anschliessend eine melissenextrakthaltige Salbe auftragen. Das Trinken schleimhaltiger Drogen (Mucilaginosa) als Tee, wie etwa Eibischwurzel (Althaeae radix) und Spitzwegerichkraut (Plantaginis lanceolatae herba. Die Drogen werden jeweils zu gleichen Teilen gemischt. Ein Teelöffel voll wird mit einer Tasse heissem Wasser überbrüht und fünf Minuten ziehen gelassen. Der Tee sollte schluckweise getrunken werden. Bewährt hat sich zusätzlich das Lutschen von isländisch-Moos-Pastillen oder thymianextrakt-haltigen Pastillen.

Ein homöopathisches Fertigarzneimittel mit analgetischen antinflammatorischen Eigenschaften enthält Extrakte aus Phytolacca americana, der in Nordamerika wachsende Kermesbeere. Es hat in Studien eine gute Wirksamkeit bei Patienten mit Tonsillitis ergeben und ist auch für Kinder geeignet. Eine rasche Linderung der typischen Symptome eine Tonsillitis lässt sich auch mit einem homöopathischen Kombinationspräparat, das Atropium sulfuricum, Mercurius bijodatus, Hepar sulfuris, Kaluim bichromicum und Silicea enthält, erzielen. Umschläge mit handelsüblichem Speisequark, der am Hals aufgetragen wird und so antiphlogistische Effekte hat: etwa 20 Minuten einwirken lassen, danach abwaschen und anschliessend mit Lymphsalbe einreiben. Bei Kinder und bei Patienten mit Rezidiven hat sich diese Therapie sehr bewährt.